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Chronik einer Erfolgsgeschichte:

19 Jahre „Comedy auf’m Dorf“

Vom Baustrahler zum Kulturpreis: Wie ein 500-Seelen-Dorf zur Kabarett-Hochburg wurde.

Die Initialzündung (1999)

Alles begann mit dem Um- und Neubau unseres Gemeindehauses.
Der Saal im Obergeschoss mit seinem ganz eigenen Charme brachte die Vorstandschaft auf eine mutige Idee: Kabarett als festen Bestandteil in die jährlichen Aktivitäten der Gemeinde zu integrieren.
Den Grundstein legte im September 1999 Klaus Karl Kraus (KKK). Der Kontakt wurde durch den damaligen Stadtrat Günther Brütting hergestellt.
Dank der Unterstützung der Gasseldorfer Vereine war das Haus mit rund 140 Plätzen auf Anhieb ausverkauft.

Die Anfänge waren herrlich improvisiert: Die Eintrittskarten waren handausgeschnittene Zettel, als Scheinwerfer dienten Baustellenstrahler und das Mikrofon der Blaskapelle wollte einfach nicht am Revers von „KKK“ halten.
Doch der Funke sprang über – der Erfolg war überwältigend.

Der Aufstieg zur Kult-Bühne

Beflügelt vom ersten Abend nahm Norbert Schleicher allen Mut zusammen und sprach Künstler direkt an.
Ohne die moralische Unterstützung der Vereinsvorstände der Gasseldorfer Bürger wäre ein solcher Erfolg niemals möglich gewesen.
Aus der anfänglichen Nervosität bei der Akquise wurde Routine.
Gasseldorf wurde zum Geheimtipp für die Elite der Kleinkunst:

  • Die Lokalmatadore: Wolfgang Buck, TBC, Mäc Härder und Heidi Friedrich.

  • Die Stammgäste: Michael Altinger, Urban Priol und Michl Müller (den man 2008 verpflichtete, als er noch als Härter in Schweinfurt arbeitete).

  • Die TV-Stars: Günter Grünwald, Monika Gruber, Erwin Pelzig, Rolf Miller, Martina Schwarzmann, Luise Kinseher und Django Asül.

Ab 2004 wurde das Konzept erweitert: Das eigens dekorierte Comedyzelt auf dem Vorplatz des Gemeindehauses wurde zum Markenzeichen und lockte Kabarettfreunde aus Nah und Fern an.

Ehrenamt mit Leidenschaft

Hinter dem Namen „Comedy auf’m Dorf“ steht die Sportgemeinschaft (SG) Gasseldorf als Hauptverein.
Der Erfolg ist das Ergebnis unermüdlicher, ehrenamtlicher Arbeit mit voller Leidenschaft.
Diese Leistung wurde 2014 offiziell gewürdigt, als der Kreistag des Landkreises Forchheim der Initiative den Kulturpreis verlieh – eine Anerkennung für die nachhaltige Belebung des ländlichen Raumes.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle unseren Sponsoren, die uns finanziell immer wieder unter die Arme gegriffen haben und so dieses kulturelle Wagnis erst absicherten.

Der letzte Vorhang (2018)

Nach 19 Jahren und 69 Auftritten fiel am 5. Juli 2018 mit einem Gastspiel von Urban Priol der letzte Vorhang. Priol, der Gasseldorf schon von Bootstouren auf der Wiesent kannte (und hier einst sogar seine Gage vergaß), schloss einen Kreis, der 1999 begonnen hatte.

Nachwuchssorgen und die Belastung der ehrenamtlichen Helfer, die über fast zwei Jahrzehnte an ihre Grenzen gegangen waren, führten zum Entschluss der Vereinsvertreter, die Reihe vorerst zu beenden.

Wie Konrad Dresel damals treffend formulierte: „Es waren 19 wunderbare Jahre, aber man muss auch die Grenzen anerkennen.“

Norbert Schleicher bemerkte damals zum Abschied:

„Gasseldorf verabschiedet sich von einer Ära, die das Dorf mit Leben füllte und ihm überörtliche Beachtung verschaffte. Alle, die dabei waren, hatten ihren Spaß; man erinnert sich gerne an die lustigen Abende, die alle Gasseldorf ein bisschen stolz gemacht haben.“

Gasseldorf bleibt somit nicht nur als Kabarett-Hochburg in Erinnerung, sondern vor allem als Beispiel für eine Dorfgemeinschaft, die gemeinsam über sich hinausgewachsen ist.

Bilder von Comedy auf'm Dorf

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